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Saline Bad

Museum digital

Mittwoch, den 01. April 2020 12:14

Relief vom »Kühlen Brunnen«


Das Hauszeichen befand sich ursprünglich am Portalgiebel des sogenannten Küchenbaus des Anwesens »Kühler Brunnen«, welches der wohlhabende und einflussreiche hallesche Kaufmann und Pfänner Hans Schönitz (auch Hans von Schenitz, 1499–1535) errichten ließ. Er erwarb an der Nordseite des halleschen Marktes mehrere Grundstücke und Häuser und ließ das gesamte Areal aufwendig um- und ausbauen. Als Kammerdiener (Kämmerer) und Vertrauter des Kardinals Albrecht von Brandenburg war er nicht nur bei der Geld- und Kunstbeschaffung für den Kardinal tätig, er eiferte diesem auch in der Prachtentfaltung nach. So ist neben dem halleschen Dom des Kardinals der »Kühle Brunnen« ein Zeugnis der Einführung der Renaissance in Mitteldeutschland.
Schönitz verlor die Gunst des Kardinals und wurde 1535 hingerichtet. Ob Schönitz ahnte, welche Folgen seine umtriebige Tüchtigkeit im Dienste des Kardinals für ihn haben könnten, als er 1532 das Hauszeichen mit der Inschrift im unteren Teil »ZVV FROM WILLING VND VIL VERTRAVEN SCHWECHT KURTZET VND BRINGET GROSSEN RAVEN« (Zu fromm, willig und (zu)viel Vertrauen schwächt, kränkt und bringt große Reue.) anbringen ließ, ist nicht überliefert.
Das eingefügte Wappen mit dem Löwen verweist auf die Nobilitierung von Hans Schönitz 1532.
Im Bestand des Salinemuseums befindet sich ein einfarbiger Abguss des Originals, welches im Kunstmuseum Moritzburg aufbewahrt wird. Das Original zeichnet sich durch seine hochwertige Farbigkeit in Fayence-Technik aus und ist eine süddeutsche Arbeit und als solche eines der frühesten überlieferten und erhaltenen Beispiele dieser Technik.

Stuckarbeit, einfarbig gefasst

Maße: 75 x 45 cm (Höhe x Breite)

Foto: Steffen Kohlert, HSM e.V.


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