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Saline Bad

Museum digital

Donnerstag, den 19. August 2021 17:42

Das alte Thal zu Halle in einer Ansicht von 1789
»Les Salines à Halle«


1791 erschien eine Sammlung von Ansichten (Veduten) unter dem Titel »Topographie pittoresque des Etats Prussiens - Sammlung aller schönen und merkwürdigen Gegenden in sämmtlichen Koenigl. Preussischen Staaten« in mehreren Bänden, herausgebracht von Jean (Johann) Morino, einem in Berlin ansässigen Kupferstecher und Verleger. An dem Werk waren verschiedene Zeichner und Koloristen beteiligt, zu denen wir aber nur wenige Angaben haben. Die Veduten waren hochrangigen Adligen gewidmet - in unserem Beispiel der Prinzessin Sophie Caroline von Ansbach-Bayreuth.

Dem Verleger verdanken wir die wohl eindrücklichste Ansicht der alten Thalsaline. Sie lässt erahnen, wie es in der Saline seit dem Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert hinein aussah. Die Siedekothe in einfacher Fachwerkbauweise stehen schief und krumm, scheinbar ungeordnet, an einigen sind noch die Hauszeichen zu erkennen. Rauchende Schornsteine zeigen an, wo gerade Salz gesiedet wird. Rechts fährt ein Fuhrwerk auf abholbereite Balken zu, die anscheinend von einem abgebrannten oder abgerissenen Siedekoth stammen. Im Vordergrund links gestikuliert eine Menschengruppe, beobachtet von einem Pfeife rauchenden Sieder; mittig läuft ein Sieder mit einem Korb voll Salz über den Platz.

Johann Friedrich Nagel, der später an der Meißner Porzellanmanufaktur als Maler tätig war, zeichnete die Ansicht 1789, kurz bevor das Thal sein Aussehen grundlegend änderte.
Anstelle der vielen kleinen Siedekothe ließ die Hallesche Pfännerschaft zwischen 1789 und 1798 zwei Großsiedehäuser errichten, die bis 1868 in Betrieb waren und einen deutlichen Modernisierungsschub brachten. Heute ist das Areal der alten Thalsaline rund um den Hallmarkt gründerzeitlich überbaut.

Zeichner: Joh. Friedrich Nagel
Kolorist: Alberti

Maße des Kupferstichs:

Bild: 21,7 x 32,6 cm (Höhe x Breite)
Blatt: 30,2 x 44,9 cm

© Bildarchiv Hallesches Salinemuseum e.V.

 

 


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