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Exponat des Monats

Mittwoch, den 19. November 2014 12:11

Das Stadtmodell im Halloren- und Salinemuseum


Eine kleine Zeitungsnotiz im Juni 1968 gibt die Übergabe eines „neuen Schaustücks“ im Hallorenmuseum bekannt. Seit nunmehr 46 Jahren gehört dieses im ersten Raum präsentierte Stadtmodell zu den wichtigsten Ausstellungsstücken.

Auf einer Fläche von 3,75 Quadratmetern zeigt es den westlichen Teil der Stadt sowie das anschließende Gelände um 1750 und hebt damit die für die Salzgewinnung in Halle wichtigsten Orte hervor.

Der Betrachter erkennt markante Gebäude wie Marktkirche, Roten Turm und Moritzkirche. Dargestellt ist ein Teil der Stadtbefestigung mit Klaustor und Moritztor, die sogenannte Hallmauer, während andere bedeutende Bauwerke bewusst ausgeblendet werden.

Vor allem aber verdeutlicht das Modell die Lage der beiden Salzwerke, die über Jahrhunderte hinweg die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt entscheidend prägten. So drängten sich seit dem Mittelalter unterhalb der Marktkirche im „Thale zu Halle“ etwa 110 sogenannte „Siedekothe“ auf engstem Raum um vier Sole-Brunnen. Die von „Kate“ abgeleitete Bezeichnung deutet bereits die Gestalt der in Fachwerk errichteten Siedehütten an. Lediglich das „Thalhaus“ als Verwaltungssitz der Saline hebt sich als markanter Bau mit Renaissancegiebeln und Erkern von den hier dunkel dargestellten Salinenbauten ab. An der Stadtmauer erhebt sich die Moritzkirche als Versammlungsort der Salzwirker-Brüderschaft. Die Verteidigung des hier sichtbaren Teils der städtischen Befestigung gehörte zu den Pflichten der Salzarbeiter, ebenso wie die regelmäßige Reinigung des an die Thalsaline angrenzenden Saalearms.

Neue Dimensionen der Salzgewinnung zeigen sich in der 1719/21 errichteten Königlichen Saline. Zwei langgestreckte, doppelgeschossige Großsiedehäuser mit Mansarddach und zahlreichen Schornsteinen sowie vier flachere Salzmagazine erstrecken sich vor den Toren der Stadt. Neben der in Richtung Eisleben führenden Straße bietet die nahegelegene Saale Möglichkeit zum Transport von Salz und Brennstoffen.

In mühevoller Arbeit unter Mithilfe von Ehefrau und Tochter fertigte der Holzrestaurator der Staatlichen Galerie Moritzburg, Erich Weber (1929-1989), in 9 Monaten dieses Modell, welches auch heute die Besucher in seinen Bann zieht.

Maße u. Fläche: 1,50 m x 2,50 m; 3,75 m²

Material:             Holz, Gips, Sägespäne, Leim, Farben

angefertigt 1967/68, Übergabe Juni 1968 ans Museum

© Foto: Steffen Kohlert

Text: Christine u. Rüdiger Just


Salzwirker-Brüderschaft im Thale zu Halle
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