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Der Silberschatz der Halloren

Becher 17 - 20 (Foto: Klaus E. Göltz)
Becher 17 - 20 (Foto: Klaus E. Göltz)

 

Der Silberschatz der Halloren umfasst 94 silberne Trinkgefäße, zwei silberne Gürtelketten sowie die Amtskette des regierenden Vorstehers und repräsentiert die Silberschmiedekunst über mehrere Jahrhunderte.

Bekannte wie unbekannte Gold- und Silberschmiede aus Halle, Leipzig, Dresden, Berlin, Braunschweig und Magdeburg zählen zu den älteren Meistern.

Zum Dank für Hilfe in Feuersnot wurde der Brüderschaft der älteste Becher des Silberschatzes von hallischen Bürgern gestiftet. 10 weitere Becher für die bei Bränden „Rühmlich geleistete Hilfe“ kamen im Laufe des 18. Jahrhunderts hinzu.

 

Zum Silberschatz der Halloren zählen des weitern mehrere, an die landesherrlichen Huldigungen erinnernde Becher. Die Zeremonie des Treuegelöbnisses war in Halle mit dem Umreiten des Salinenbereiches durch den ältesten Salzwirker auf dem Pferd des Landesherrn verbunden.

Das Fischerstechen bot seit je her den hallischen Salzwirkern Gelegenheit, ihre Spring- und Schwimmkünste und die Geschicklichkeit der Stecher und Kahnfahrer zur Schau zu stellen. Einer der schönsten Silberbecher kündet von einem Stechen der Halloren in Berlin veranlasst durch den preußischen König, Friedrich Wilhelm I., anlässlich eines Besuches des sächsischen Kurfürsten und polnischen Königs „August des Starken“ im Sommer 1728.

Als Stifter des 20. Jahrhunderts treten hallische Unternehmen auf, so in den 1930er Jahren die durch das „Halloren- Bräu“ bekannte Engelhardt-Brauerei und die Juwelierfirma Tittel.                                                         

Die Verbundenheit zwischen Halloren und der Universität Halle spiegeln ein im 18. Jahrhundert gestifteter, von dem hallischen Goldschmied August Hosse gefertigter Becher, sowie fünf weitere von der Alma mater hallensis geschenkte Trinkgefäße wider.

Verschiedene, von hallischen Bürgern selbst überreichte Silberbecher belegen das, bis in heutige Zeit fortgeführte, Grabgeleit der Halloren.

Die hallische Schokoladenfabrik „Halloren“, deren Name sich bis heute mit einem entsprechenden Logo und einer seit 1953 angebotenen, den Knöpfen der Hallorenkleidung nachempfundenen Praline, den „Hallorenkugeln“, verbindet, schenkte den Halloren1964 einen Silberbecher.

Der Freundeskreis der Halloren vereinte seit dem 20. Jahrhundert Studenten, Professoren, Persönlichkeiten aus Kultur, Wissenschaft, Handel, Handwerk und Industrie zur Förderung und Unterstützung der Brüderschaft. Silberbecherschenkung aus den Reihen des Freundeskreises sind Zeugnisse einer engen Verbundenheit.

Die Becherschenkungen der Vaterstadt Halle (Saale) sowie die der Ministerpräsidenten des Landes Sachsen - Anhalts gehören zu den bedeutenden Sammlungsstücken der jüngeren Zeit.

(R. Just, Hallore und Kustos des Technischen Halloren- und Salinemuseums)

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