Im Jahre 1870 wurde im Siedehaus VI der Saline „Hallesche Pfännerschaft“ mit einer Siedepfanne sowie einer Trockenpfanne die Produkti- on aufgenommen. Nach Einstellung der Produktion 1964 erfolgten die Sanierung des Siedehauses VI und der Einbau einer neuen Siedeanlage, an der auch heute noch regelmäßig „Hallore-Siedesalz produziert wird. Verwendung findet eine aus dem Großraum Halle (Saale) angelieferte, hochkonzentrierte Sole, die zunächst zum Absetzen von Schwebteilchen in Solebehältern auf dem Gelände der Saline gelagert und anschließend in die Siedepfanne geleitet wird. Hier verläuft die Salzherstellung nach dem Verdampfungsprinzip bis hin zur Auskristallisierung des Salzes. Für Menge und Qualität des Produkts sind die Zusammensetzung der Sole und die Temperatur maßgebend.
Die für den Siedeprozess notwendige Wärme kann heute über eine, direkt in der Siedepfanne verlaufende Dampfheizung zugeführt werden. Das hölzerne Pfannendach und der Brüdenfang ermöglichen so die Sammlung und Ableitung des Wasserdampfes nach außen.
Mit Hilfe von Krücken wird das sich am Pfannenboden absetzende Salz an den Pfannenrand gezogen und mit Salzschaufeln zum Abtropfen auf das Pfannendach ausgeschlagen. Die Endtrocknung erfolgt auf der beheizten Trockenpfanne durch mehrtägige Lagerung und regelmäßiges Hacken sowie Wenden des Salzes. Wäh- rend die Sieder an der Pfanne nach wie vor ihre Muskelkraft und Handwerkzeuge einsetzen, erleichtern Förderband, Walzenstuhl und Elevator den Transport, das Mahlen und Abpacken des Salzes.