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Das Grabgeleit der Halloren


Schwarz gekleidet mit Dreispitz,

18 silberne Knöpfe und

Silberschnallen auf schwarzem Schuh.


Das Grabgeleit der Halloren

Lässt man seinen Blick über einen der halleschen Friedhöfe schweifen, entdeckt man mit etwas Glück Mitglieder der Salzwirker – Brüderschaft im Thale zu Halle, welche Halloren genannt, in ihrer barocken Trauerkleid.

Wie die Halloren zu dem Gewohnheitsprivileg des Leichentragens kamen, liegt in der Vergangenheit verborgen. Aber wie eine alte Sage erzählt, wurden die Halloren, welche an körperlich-schwere Arbeit gewöhnt waren, von der Stadt herangezogen um in Not- und Katastrophenzeiten die Verstorbenen aus der Stadt zu tragen, um diese außerhalb der Stadtmauern zu beerdigen.

Die Begräbniskultur der Halloren ist in ihrer Durchführung in der Brüderschaftsordnung der Salzwirker – Brüderschaft im Thale zu Halle streng geregelt. So wird zum Beispiel traditionell der Sarg eines verstorbenen Halloren von sechs, der von einer Hallorenfrau von vier Halloren getragen.

Verstirbt ein Hallore oder ein Mitglied einer Hallorenfamilie, so werden alle Mitglieder der Salzwirker-Brüderschaft im Thale zu Halle in Auslebung der brüderschaftlichen Trauerkultur den letzten Weg des Verstorbenen in ihrem Trauer- oder Festkleid auf dem Friedhof begleiten. Ein Vornweggeher, jener der früher das Brüderschaftskruzifix trug und der Trauergemeinde dem Weg zum Grab wies, begleitet noch heute mit Zitrone und Palmenzweig den Trauerzug.

Der Palmenzweig steht in der christlichen Symbolistik für den ewigen Frieden. Die Zitrone wird dem alten Glauben folgend, dass schlechte Gerüche zu Krankheiten führten, zum Schutz der Trauergesellschaft mit getragen.

Ebenso althergebracht ist das Bahrtuch der Brüderschaft. In früheren Zeiten war es Brauch, den aufgebahrten Sarg mit einem Bahrtuch zu bedecken. Das mit christlichen Symbolen bestickte Bahrtuch sollte den Verstorbenen vor dem Zugriff der dunklen Mächte schützen. Wie in Quellen beschrieben, wurde im Jahr 1576 Geld innerhalb der Brüderschaft gesammelt, „damit jeder aus der Brüderschaft ein ordentliches Begräbnis bekäme“. Auch wenn das Bahrtuch viele Jahre lang gute Dienste leistete, so wird es heute nicht mehr beim Grabgeleit verwendet. Diese Bahrtuch wird heute als Leihgabe der Salzwirker – Brüderschaft im Thale zu Halle in der ständigen Ausstellung des Technischen Halloren- und Salinemuseum gezeigt.

Das Grabgeleit ist ein lebendiges Brauchtum der Halloren. Die Trägergemeinschaft der Halloren GmbH biete auf Wunsch heute dieses Brauchtum allen Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Halle (Saale) und des Saalekreises nach historischem Vorbild an. Die Trägergemeinschaft der Halloren GmbH übernimmt hierbei die Vermittlung und Gestellung der Halloren zum Grabgeleit für die Durchführungen von Erd- oder Urnenbeisetzungen auf den Friedhöfen der Region Halle-Leipzig.

Wenn Sie weitere Informationen oder das Grabgeleit durch die Mitglieder der Salzwirker - Brüderschaft im Thale zu Halle für Ihren verstorbenen Angehörigen wünschen, so treten Sie bitte mit uns in Kontakt:

Trägergemeinschaft der Halloren GmbH
An der Autobahn 1F
06184 Kabelsketal OT Osmünde

Tel. 034605 – 45 39 -17
Fax 034605 – 45 39 -45

Mail:       halloren(at)grabgeleit.de
Internet: Trägergemeinschaft der Halloren GmbH

Autor: C. Eydt

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Kochbuch - Kulinarische Entdeckungsreise

MEMENTO MORI

In uralten Berichten der Stadt Halle wurde die Hilfstätigkeit der Thalleute gelobt. Wenn die Sturmglocken ein Feuer meldeten, dann bildete sich vom Thale her zur Stadt eine lange Kette der Thalleute und von Hand zu Hand flog der Löscheimer, gefüllt mit Sole aus den Bornen. Wenn Wassersnot über die Stadt hereinbrach, waren die schwimmkundigen Halloren unermüdlich rettend tätig. Und als die Pest arg gewütet hatte, taten die Halloren die Aufräumearbeiten, vor denen viele mit Grauen flohen, freiwillig. Und die Brüderschaft behielt das Amt der Leichenbestattung in der Stadt seit dieser Zeit, verbrieft seit 1704.

Auf dem Wege „zu einer Leiche“ und nach deren Bestattung ließ sich der Hallore in Trauer nicht gern ansprechen. Ernst und Still ging er seines Wegs und war in der würdigen Tracht im Straßenbilde von Halle ein bekanntes wandelndes „Memento mori“.

Quelle: Hallorum Hallensis, Robert Moritz, 1927

Palmenzweig und Zitrone

Der Hallore trägt zum Grabgeleit eines Mitgliedes der Salzwirkerbrüderschaft in seiner rechten Hand traditionell einen Palmenzweig und in der anderen eine Zitrone vor dem Trauerzug.

Die Salzwirkerbrüderschaft ist hervorgegangen aus der Brüderschaft corporis christi aus dem Jahre 1491 und bekennt sich bis heute zum humanistisch-christlichen Weltbild. In diesem Weltbild gilt nach der altchristlichen Überlieferung die Palme - der Palmenzweig - als Symbol für den Paradiesbaum. Der im Garten Eden wachsende Paradiesbaum symbolisiert hierbei das Paradies als immer wiederkehrenden Ort.

Bereits in der Antik wurden der Zitrone wertvolle und heilkräftige Wirkungen nachgesagt. Seit dem 15. Jahrhundert wurde die Zitrone als Grabbeilage den Verstorbenen mit in den Sarg gelegt. Regional war es auch üblich das Zitronen mit Gewürznelken gespickt wurden, um einen höheren Aromaduft zu erzielen. Die Zitrone gilt weiterhin als das Sinnbild für Reinheit, sowie dem menschlichem Streben nach Vollkommenheit und der Unvergänglichkeit der Natur.

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