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Die Salzwirker-Brüderschaft im Thale zu Halle vor der Moritzkirche
Die Salzwirker-Brüderschaft im Thale zu Halle vor der Moritzkirche

Die Salzwirker-Brüderschaft im Thale zu Halle

Die Salzwirker-Brüderschaft im Thale zu Halle an der Saale steht in den Rechten der 1491 gegründeten Brüderschaft corporis christi der Salzwirker und der 1524 gegründeten Salzwirker-Brüderschaft im Thale zu Halle an der Saale.

Sie ist Rechtsnachfolger der 1509 gegründeten und 1793 aufgelösten Brüderschaft der Bornknechte ”Über dem Gutjahrbrunnen”.

Sie ist eine Korporation im Sinne des Allgemeinen Landrechtes, II. Teil, 6. Titel, § 25 ff und des BGB, 1. Buch, II. Titel, 1., § 33. Sie ist unparteiisch.

Der Begriff Hallore erscheint erstmals in einer Rechtfertigungsschrift des halleschen Rates aus dem Jahre 1630 und findet seine Bestätigung in der Brüderschaftsordnung vom 25. August 1843 durch König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen und in der Brüderschaftsordnung vom 15. November 1929 durch das preußische Staatsministerium.

Die Brüderschaft verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke. Ziel ist die Erhaltung und Pflege des Brauchtums der Salzwirker-Brüderschaft im Thale zu Halle an der Saale, ihrer sozialen Aufgabe und ihres historischen Vermögens, insbesondere des Silberschatzes.

(Aus der Präambel zur Brüderschaftsordnung vom 31.01.1997)

 

Das Festkleid der Halloren

Das berühmte Festkleid der Halloren ist an die Mode aus dem 18. Jahrhundert angelehnt. Es entstand in Zeiten, in denen es zwar den Salzwirkern gut ging, jedoch die Wirtschaftslage sehr unsicher war (Inflationen). So legte das Hallvolk, nicht wie heute in Aktien, sondern in gutes Tuch und Schmuck an.

Diese Kleidung erregte, als sie eingeführt wurde, beim halleschen Adel öffentliches Ärgernis. Man beschwerte sich beim Landesherren mit den Worten "In Halle laufe der gemeine Mann wie ein Adliger, ob er dies den dürfe?“ Darauf antwortete der Landesherr, welcher den Halloren sehr zugetan war, sinngemäß, ob der Adel zu viel freie Zeit hätte, um sich mit so etwas zu befassen.

Um Streitigkeiten nicht weiter aufkommen zu lassen, wurde den Salzwirkern vorgeschrieben, wie sie ihre Tracht zu tragen hätten. Es gibt kleine Unterschiede zu dem Festkleid der höheren Gesellschaft aus jener Zeit. So zum Beispiel haben die Halloren ihre Weste in der Hose und tragen unter ihrem Mantel, selbst im Winter, kurzärmlige Hemden. Auch kann der Mantel der Salzwirker nicht zugeknöpft werden.

Zum Festkleid gehört

  • der Dreispitz - bezogen mit schwarzem Samt

  • der Pelz - roter oder blauer Dreiviertelmantel mit Pelzbesatz an den Stulpen und 18 Zierknöpfen

  • der Latz - eine Weste aus Goldbrokat oder Seide mit Blumenmuster

  • 18 silberne Kugelknöpfe, genannt die Reihe

  • die Kniebundhose aus schwarzem Samt

  • blaue oder weiße Strickstrümpfe mit Zopfmuster

  • der schwarze Umhang, Kragen genannt, der bei Regen oder kaltem Wetter getragen wird

  • schwarze Halbschuhe mit Silberschnallen

Die berühmten 18 Knöpfe des Festkleides haben jeder eine Bedeutung, weil sie einen Einblick in die funktionelle Struktur der Salzwirkerbrüderschaft geben.

Bevor ein Hallore seinen Pelz bekommt, so muss er sich für eine Farbe entscheiden, entweder für blau oder rot. Die beiden Farben haben jedoch mit dem Rang des Einzelnen nichts zu tun. Die Farbe Blau steht für die Treue und die Farbe Rot für die Liebe zur Brüderschaft. Eine Ausnahme bilden hier die Salzwirker, welche das Grabgeleit ausüben. Diese tragen, in Ausübung ihrer Tätigkeit, die Trauerfarbe schwarz.

Am Äußeren des Festkleides lassen sich der Rang, bzw. die Aufgaben, welchen der Salzwirker in der Brüderschaft nachgeht, erkennen. So trägt der Hauptmann einen Dreispitz mit weißen Federn, seinen Hauptmannsstab, einen Degen und eine blaue Bauch- und Schulterschärpe. Den Fähnrich erkennt man an seinem Dreispitz mit weißen Federn, an dem Degen und den blauen Schärpen um Bauch und Schulter. Der Hallorenleutnant wird bestückt mit einem normalen Dreispitz, einem Degen und einer blauen Bauchschärpe. Weitere Ausnahmen bilden die Vorsteher der Brüderschaft. Diese tragen alle schwarze Pelze auf buntem Latz.

Der erste regierende Vorsteher trägt einen Dreispitz mit weißen Federn, einen schwarzen Pelz, einen Degen und die blaue Bauch- und Schulterschärpe. Auf der linken Brustseite seines Pelzes befindet sich ein Orden. Dieser stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Er wurde den Halloren für treue Dienste vom König von Preußen überreicht. Am Hosenbund des ersten Vorstehers hängt eine silberne Kette, die Vorsteherkette.

Quellen: Brüderschaftsordnung der Salzwirker - Brüderschaft im Thale zu Halle, Jan. 1997 S. Schultze-Gallera, Die Sagen der Stadt Halle und des Saalkreises, Halle 1922
Quellen: Brüderschaftsordnung der Salzwirker - Brüderschaft im Thale zu Halle, Jan. 1997 S. Schultze-Gallera, Die Sagen der Stadt Halle und des Saalkreises, Halle 1922

Jeder einzelne der 18 silbernen Knöpfe hat seinen Namen

Das Knöpferaten der Halloren

Die markanten barocken Kugelknöpfe am Festkleid der Halloren dienen den Salzwirkern gleichzeitig als traditionelle Organisationsübersicht ihrer Brüderschaft. Für die Kinder der Halloren wurde einst eigens ein Reim zum Knöpferaten entwickelt.

Der Erste is?

Der Salzgräfe! – an unser’s Keenigs Statt steht där!

Der Zweete is?

Der Hauptmann! – där – so stolz vor’m Zug jeht här!

Der Dritte is?

Der Fähndrich! – da knackt’s, wenn där de Fahne schwingt!

Der Vierte is?

Der Schwerterich! – sei Karlsschwert in der Sunne blinkt!

Der Fünfte is?

Der Rechierende! – där – de Briederschaft in Ordnung hält!

Der Sechste is?

Der Beitelhärre! – där – de Nickel in den Beitel zellt!

Der Siemte is?

Der Scheidemeester! – där – Zank un Streit der Brüder schlicht!

Der Achte is?

Der Fischerstecher! – där – jut schwimmt un mit der Lanze sticht!

Der Neunte is?

Der Lärchensteller! – där – vor’m Tore streicht das Lerchelein!

Der Zähnte is?

Der Platzknecht! – där –schenkt unserm Schwager’s Fingstbier ein!

Der Elfte is?

Der Leichenträger! – där – geht mit bei deiner letzten Reise!

Der Zwölfte is?

Der Siedemeester! – däm bring ich’s Essen in de Salzkothfeise!

Der Dreizehnte is?

Der Salzknecht! – där – tut’s Salz nuff uff de Kothbucht schippen!

Der Värzehnte is?

Der Blutrat! där – tut’s Rindsblut in de Soole kippen!

Der Fuffzehnte is?

Delegierter bei Hofe! – där muß’m Keenig de Schlackworscht servier’n!

Der Sächzehnte is?

Delegierter bei Hofe! – där – muß an der Tafel de Pyramide präsentier’n!

Der Siebzehnte is?

Der Sprecher bei Hofe! – där – saat scheen Dank un de Karmenworte!

Der Achtzehnte is?

Der letzte Knopp! – un där kraucht unter de Hosenborte!

Quelle: Hallorum Hallensis, Robert Moritz, 1927

Die Hallorensage von den Mohnköpfe und Nelkenkrone

Bei den Halloren trägt die Braut eine vergüldete Nelkenkrone und der Bursche hat am seidenen Brustlatze achtzehn silberne Mohnköpfe zum Andenken an die Saale-Nixen Glauchade und Nicolina die dem Halloren Bandermann aus der Verlegenheit halfen, als dem nach seiner großen Kinderschar gar noch Zwillinge geboren wurden und sich keine Gevattern dafür fanden. „Karline, Karline, was machen mer, unse Wärmichens missen mer doch toofen, awwer ohne Jevattern jehts doch nich!“ sagte Bandermann und spuckte ins Wasser.

Darauf trieb ihn Frau Karline an, er solle noch einmal die Runde machen durch die Brüderschaft; wenn man da stände und ins Wasser spucke, kämen noch lange keine Gevattern.

Sowie sich nun Bandermann auf die Socken machen wollte, sah er da Glauchade und Nicolina neben sich. „Seid ohne Sorge“ sagten die, „wir kommen; denn du, Karline, hast achtzehn Seelchen das Leben geschenkt, und vierundzwanzig Menschenkinder hat bis jetzt dein Gottlieb aus dem Wasser gezogen mit großer Gefahr, das soll gelohnt werden. Und zur Taufe kamen die beiden, sie brachten als Angebinde ein verschlossenes Kästchen.

Dahinein hatte sie achtzehn grüne Mohnköpfe getan und ein Krönlein von frischen Nelken. „Laßt Euch nicht gelüsten in das Kästchen zu schauen, bevor die Kindlein zwanzig Lenze zählen!“ sagte die Nixe Nicolina und hielt der Mutter Bandermann das Schlüsselchen hin. Da griff aber Bandermann schnell zu: „Här d’r mit! Das kann nur ich verantworten, wenn Karlin’n der Schlissel zwischen Fingern kriwwelt, denn guckt die morchen schon ’nein.

Als nach zwanzig Jahren die Alten das Kästchen öffneten, waren darin die achtzehn Mohnköpfe aus lauterem Silber und das Nelkenkrönlein war von Gold. Sie knöpften dem Burschen die Kugelköpfe an den seidenen Latz und setzten seiner Zwillingsschwester das Krönlein auf.

Die Geschwister tanzten und sangen lustig am Ufer der nahen Saale und riefen Glauchade und Nicoline. Die tauchten sogleich am Ufer auf; doch wehe, der grausame Nickelmann, der gehässig im Schilfe lauerte, warf nach ihnen mit scharfen, schweren Steinen. Todwund getroffen versanken die Nixen; erschrocken stand unser Zwillingspaar am Flusse und sah das Wasser sich blutrot färben.

Da zog mit schnellem Griff der Nickelmann die Schwester mit dem Krönlein zu sich hinab in sein Wasserhaus und den Versuch sein Töchterlein zur retten, musste Vater Bandermann - der so vielen ein Retter gewesen war - mit dem Tode büßen.

Als der junge Bandermann ein Jahr später die Braut heimführte, machte er ihr ein Krönlein aus vergüldeten Würznelken, wie es die Schwester getragen hatte und seither war das der Schmuck einer jeden Braut.


Quelle: Hallorum Hallensis, Robert Moritz, 1927

 

Salzwirker-Brüderschaft im Thale zu Halle - Die Halloren

Festzug der Halloren im Festkleid mit ihren historischen Fahnen und Schwertern.
Festzug der Halloren im Festkleid mit ihren historischen Fahnen und Schwertern.

Seit mehr als 1.200 Jahren begleitet das Salz die Geschichte von Halle an der Saale.
Auch wenn hier nicht mehr industriell Salz gewonnen wird, gibt es dennoch eine lebendige Erinnerungskultur des „weißen Goldes“. So wird heute die Geschichte und Tradition des Salzwerkes vor allem von den Mitgliedern der Salzwirker - Brüderschaft im Thale zu Halle, welche Halloren genannte werden, wach gehalten. Die Halloren, Nachfahren der früheren Salzarbeiter, fühlen sich nach wie vor mit ihrer Stadt Halle (Saale) fest verbunden. Wie in alten Zeiten sehen sie sich in immer noch in der Pflicht, einen Beitrag für das Gemeinwohl der Stadt Halle (Saale) zu leisten. Mit ihrem Auftreten in der Öffentlichkeit sind sie lebendiges Zeugnis einer stolzen Salztradition und wechselvollen Stadtgeschichte. Seit der Eröffnung des Technischen Halloren- und Salinemuseums im Jahre 1969 nutzen und unterstützen die Halloren diese Einrichtung als ihre Heimstätte ihrer Tradition. Hier praktizieren sie den alten Traditionen Ihrer Brüderschaft folgend ein beispielgebendes Zusammenleben von Familien, welches von gegenseitiger Hilfe und Unterstützung getragen wird.

 

 

 - „Hallore-Siedesalz – rein – bekömmlich – leicht löslich“ –

Der Hauptmann der Halloren, zum Sonnen 2010 mit einem Silberbecher.
Der Hauptmann der Halloren, zum Sonnen 2010 mit einem Silberbecher.
Sonnen 2010 - Mitglieder der Salzwirkerbrüderschaft - Gruppenbild mit Bechern aus dem Silberschatzes der Halloren.
Sonnen 2010 - Mitglieder der Salzwirkerbrüderschaft - Gruppenbild mit Bechern aus dem Silberschatzes der Halloren.
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